THC-Öl gilt als besonders hochkonzentriertes und potentes Cannabisprodukt, bei dem das THC und meist der damit verbundene Rausch im Fokus stehen. Es gibt aber auch mögliche medizinische Wirkungen, die auf das THC zurückzuführen sind.

Durch mehrere Begriffe und Benennungen, die teilweise völlig verschiedene Produkte bezeichnen, gibt es ein großes Verwechslungspotenzial. Deshalb erfährst Du in diesem Artikel alles über THC-Öl, CBD-Öl, Hanföl und Cannabis-Öl.

Was ist THC-Öl?

THC-Öl ist ein Extrakt, in dem mehrere Bestandteile der Cannabispflanze gelöst sind. Wie der Name bereits verrät, steht allerdings ein Wirkstoff beim THC-Öl im Vordergrund: Tetrahydrocannabinol, kurz THC.

Beim THC-Öl handelt sich nicht um ein Öl im klassischen Sinne, sondern um einen Extrakt, das mithilfe eines passenden Lösungsmittels aus den THC-haltigen Bestandteilen der weiblichen Cannabispflanze gewonnen wird.

THC-Öl gilt als das potenteste Cannabisprodukt, das sich durch einen besonders hohen Wirkstoffgehalt auszeichnet – bis zu 70 % THC.

THC-Öl ist psychoaktiv
THC ist das bekannteste Cannabinoid der Hanfpflanze und der Grund dafür, dass viele Menschen Hanf bzw. Cannabis als Droge missbrauchen. THC ist eine psychoaktive Substanz, sie beeinflusst also die Psyche, das Bewusstsein sowie die Stimmung des Menschen und kann für Glücksgefühle, Entspannung und andere Bewusstseinsveränderungen sorgen.

Kurz gesagt: Im Gegensatz zu CBD und vielen anderen Cannabinoiden löst THC einen Rausch aus und macht „high“. Deshalb wird THC-Öl oft genutzt, um sich zu berauschen. Aufgrund der entspannenden Wirkung ist aber auch eine medizinische Nutzung denkbar.

Das Öl, mit einem oftmals hochkonzentrierten THC-Anteil, eignet sich für die einfache orale Einnahme und es bietet sich auch zur Weiterverarbeitung in Lebensmitteln an. Damit stellt es eine Alternative zum umgangssprachlichen „Joint“ bzw. zum nachweislich gesundheitsschädlichen Rauchen von Cannabis allgemein dar. 

THC-Öl Legalität.

Im Gegensatz zu CBD fällt THC unter das Betäubungsmittelgesetz, weshalb THC-Öl und andere THC-Produkte in Deutschland nicht legal erhältlich sind und sogar der Besitz verboten ist – jedenfalls für Otto Normalverbraucher.

THC-CBD-Legal
THC-Öl ist illegal.

Cannabis auf Rezept
Seit Anfang 2017 gibt es auch in Deutschland die Möglichkeit, Cannabis auf Rezept zu bekommen. Das gilt allerdings nur für Menschen mit schweren, chronischen Erkrankungen. Allen anderen Nutzern droht eine Strafe, wenn sie beim Erwerb, beim Besitz oder gar beim Anbau von THC-Gras und daraus gewonnenen Produkten wie etwa THC-Öl erwischt werden. 

THC und Autofahren
Besonders gefährdet sind Autofahrer, da durch den Einnahme von THC-Öl und anderen Cannabisprodukten mit THC auch noch lange nach dem letzten Konsum der Führerschein gefährdet ist.

Die Urinschnelltests der Polizei reagieren auf THC-COOH, ein Abbauprodukt von THC, das je nach Konsumgewohnheit auch noch nach Tagen oder gar Wochen im Urin nachweisbar ist und bei einer Kontrolle zu einem positiven Drogentest führen kann.

Im schlimmsten Fall dann droht nach der obligatorischen Blutprobe neben dem Führerscheinentzug und dem Bußgeld auch die Anordnung einer MPU (Medizinisch-Psychologische Untersuchung) – dem umgangssprachlichen „Idiotentest“.

Wofür wird THC-Öl verwendet?

Für viele Anwender von THC-Öl steht der Rausch im Vordergrund, sie nehmen also THC-Öl ein, um ein „high“ und die damit verbundenen, als positiv empfundenen, Gefühle zu erleben. In dem Bereich ist THC-Öl einfach eine praktische Alternative zu klassischen Marihuana oder Haschisch, da es sich schnell und unkompliziert oral einnehmen oder auch weiterverarbeiten lässt.

THC-Öl Alternative zum Rauchen
Insbesondere stellt THC-Öl eine Alternative zum Rauchen dar und ist deshalb etwas für jene Konsumenten, die lieber auf die vielen gesundheitsschädlichen Stoffe beim Rauchen verzichten möchten.

Wirkungseintritt dauert länger
Der Eintritt der Wirkung dauert im Vergleich zur Aufnahme über die Lunge zwar länger, Nutzer berichten aber auch von einer stärken und längeren Wirkung bei der oralen Einnahme von THC-Produkten.

THC-Öl als Medizin? – Möglich
Da THC abseits der Rauschwirkung auch für mehrere Effekte mit einem therapeutischen Potenzial steht, unter anderem eine Schmerzlinderung, ist aber abseits der psychoaktiven Wirkung auch die Verwendung als medizinisches Produkt denkbar und möglich.

Studienlage über die medizinische Wirkung von THC.

THC ist der bekannteste Inhaltsstoff der Hanfpflanze und vieler daraus gewonnener Cannabisprodukte. Zusätzlich sind aber eine große Zahl anderer Cannabinoide enthalten.

Manche Effekte von Cannabis basieren deshalb nicht auf dem THC, sondern auf CBD (Cannabidiol), anderen Bestandteilen von Cannabis sowie dem Zusammenspiel mehrerer Wirkstoffe. Allerdings sind dank intensiver Forschung und zahlreicher Studien inzwischen auch medizinische Wirkungen und therapeutische Effekte bekannt, die explizit auf THC zurückgeführt werden:

  • Schmerzlinderung – insbesondere bei entzündungsbedingten Schmerzen
  • Linderung bei Übelkeit und Erbrechen
  • Verbesserung bei Spastik, MS und Tourette
  • Appetitanregende Wirkung
  • Allgemeine Schlafförderung, erleichtertes Einschlafen
  • Antidepressive Wirkung
  • Senkung des Augeninnendrucks (Glaukom/Grüner Star)
  • Hemmung der Ausbreitung von Krebszellen

Es gibt also zahlreiche Anwendungsbereiche, Beschwerden und Krankheiten, in denen THC und Cannabisprodukte im Allgemeinen Linderung versprechen und sich zumindest als Teil einer Therapie anbieten.

THC wirkt, ist aber kein Wundermittel
Vollständig erforscht und durchgängig mit qualitativen Studien unter die Lupe genommen sind allerdings weder THC noch die mehr als 100 anderen Cannabinoide der Hanfpflanze sowie deren Wirkung. Außerdem gibt es große Unterschiede im Hinblick auf die untersuchten Anwendungsbereiche.

Während in einigen Bereichen schon seit längerer Zeit intensiv geforscht wird, etwa im Hinblick auf die Linderung von Übelkeit und Erbrechen bei Krebspatienten durch THC und andere Cannabisbestandteile, ist in anderen Bereichen wie der Glaukomforschung die Studienlange noch sehr dünn und dementsprechend mit einigen Unsicherheiten verbunden.

Synthetisch hergestelltes THC – Dronabinol.

THC kommt natürlich in den Bestandteilen der weiblichen Hanfpflanze vor – insbesondere in den Blüten. Bei vielen THC-haltigen Produkten handelt es sich dementsprechend um echte Naturprodukte. Es gibt aber auch synthetisch hergestellte bzw. verarbeitete Produkte, die in der Regel als Dronabinol oder Nabilon bezeichnet werden.

Bei Dronabinol handelt es sich um eine Reinsubtanz mit einem einem delta-9-THC-Gehalt von oftmals mehr als 95 Prozent. Obwohl es sich lediglich um den international gültigen Freinamen von THC handelt, fällt der Name Dronabinol vor allem im Zusammenhang mit der professionellen, medizinischen Anwendung von THC, also dem Einsatz als Arzneimittel.

Synthetisches THC aus der Apotheke
Apotheken können den Stoff beziehen, zu Medikamenten wie Tropfen oder Kapseln weiterverarbeiten und an Patienten abgeben – natürlich nur gegen Vorlage eines Rezepts.

Der professionelle Umgang von Dronabinol und Nabilon hat einige Vorteile, es werden aber auch diverse Nachteile damit in Verbindung gebracht.

Vorteile:

  • Pharmazeutische Qualität ohne Fremd- und Füllstoffe
  • Hohe Reinheit
  • Einfache und vor allem zuverlässige Dosierung möglich
  • Bequeme Anwendung in Form von Tropfen oder Kapseln

Nachteile:

  • Schlechtere Verträglichkeit
  • Nebenwirkungen

Drobinol und synthetische Cannabonoide wie Nabilon haben nicht nur positive Eigenschaften.

Synthetisches Cannabis – viele Nebenwirkungen
Insbesondere das synthetische Nabilon gilt als schlechter verträglich im Vergleich zum natürlichen THC, wie es in THC-Öl und vielen anderen Cannabisprodukten vorkommt. Außerdem sind natürlich auch Nebenwirkungen möglich, wozu vor allem Benommenheit, Schwindel, Konzentrationsschwierigkeiten und Störungen beim Bewegungsablauf zählen.

Hanfbauer bei der Qualitätskontrolle seiner Hanfpflanzen.
Die “echte” Pflanze ist besser verträglich.

Die Verabreichung der gesamten Inhaltsstoffe der Cannabispflanze, sprich die Blüten in ihrer natürlichen Form, scheinen den synthetischen Mitteln in Sachen Wirkung und Verträglichkeit klar überlegen zu sein. Deshalb macht es auch absolut Sinn medizinisches Cannabis als Blüten anzubieten – wie das auch in vielen Apotheken bereits der Fall ist.

Unterschied zwischen THC-Öl, CBD-Öl, Hanföl & Cannabis-Öl?

THC-Öl, CBD-Öl, Hanföl und Cannabis-Öl – es gibt viele verschiedene Begriffe für ölige Cannabisprodukte und Extrakte, die oft synonym verwendet werden, teilweise aber auch für völlig unterschiedliche Produkte stehen. Deshalb ist etwas Aufklärung nötig, um eine Verwechslung auszuschließen.

THC-Öl

Wenn jemand über THC-Öl spricht, ist das (meist hochprozentige) Extrakt aus den Blüten bzw. Blütenteilen der weiblichen Hanfpflanze gemeint.

Mit einem Lösungsmittel wird das bekannteste Cannabinoid Tetrahydrocannabinol, kurz THC, aus den Pflanzenbestandteilen extrahiert. Am Ende des Herstellungsprozesses steht der zähflüssige Harzextrakt, der als THC-Öl, Haschöl oder Haschischöl bezeichnet wird.

THC-Öl besitzt einen besonders hohen Wirkstoffgehalt und ist deshalb ein besonders starkes Cannabisprodukt, bei dem vor allem die berauschende Wirkung im Vordergrund steht – auch wenn grundsätzlich eine medizinische Nutzung denkbar ist.

Cannabis-Öl

Mit dem Begriff Cannabis-Öl ist fast immer THC-Öl gemeint, also der THC-haltige, berauschende Extrakt aus den Blüten der weiblichen Hanfpflanze, der auch als Haschischöl oder Haschöl bekannt ist.

CBD-Öl

Beim CBD-Öl steht anders als beim THC-Öl nicht das berauschende THC im Vordergrund, sondern das vielseitig wirksame CBD.

Cannabidiol, kurz CBD, ist ein weiteres wichtiges Cannabinoid der Hanfpflanze, allerdings anders als THC nicht psychoaktiv und sogar legal. CBD wird vor allem medizinisch genutzt, wobei Nutzer von einer schmerzlindernden, entspannenden, entzündungshemmenden und angstlösenden Wirkung sprechen.

CBD-ÖL Konzentration
CBD-Öle verschiedenster Hersteller.

So gut wie kein THC enthalten
CBD-Öl wird aus einem speziellen Nutzhanf gewonnen, der so gezüchtet ist, dass er nur noch sehr wenig THC bildet. In einem hochwertigen, regelmäßig kontrollierten CBD-Öl ist deshalb ebenfalls lediglich eine sehr geringe Restmenge von THC enthalten. Der gesetzliche Grenzwert liegt bei 0,2 Prozent THC.

Für einen Rausch reicht das nicht aus und auch Autofahrer sind bei der gelegentlichen Einnahme eines CBD-Öls, das den Grenzwert einhält, auf der sicheren Seite. Die Einnahme von CBD-Öl ist praktisch identisch mit dem Konsum von THC-Öl.

CBD-Öl bietet sich ebenfalls für den oralen Konsum an und lässt sich auch in Lebensmitteln weiterverarbeiten. Zum Rauchen oder Verdampfen ist es nicht geeignet. Dafür eignen sich sogenannte CBD-Liquids. Mehr dazu findest Du in unserem Beitrag: CBD-Liquid – Alles über das Verdampfen. CBD zeigt Wirkung!

CBD-Liquid-rauchen-Wirkung
CBD-Liquids werden verdampft, nicht verbrannt.

Hanf-Öl

Mit Hanf-Öl ist in der Regel ein ganz alltägliches Pflanzenöl bzw. Speiseöl für die Nutzung in der Küche gemeint, das aus den Samen des Nutzhanfs gewonnen wird. Es handelt sich also um ein völlig anderes Produkt als THC-Öl, Cannabis-Öl oder CBD-Öl und hat gar nichts mit der Droge oder Medizinprodukten zu tun.

Es ist keine erwähnenswerte Menge an THC, CBD oder anderen Cannabinoiden enthalten. Hanf-Öl gilt als hochwertiges, gesundes und lange unterschätztes Speiseöl mit einem hohen Anteil von mehrfach ungesättigten Fettsäuren. Dazu zählen auch Omega 3- und Omega 6-Fette, die für die menschliche Gesundheit enorm förderlich sind.

Mehr zu dem faszinierenden Pflanzenöl und warum Hanföl zu einem der gesündesten Ölenüberhaupt gehört, kannst Du in Hanföl – Wirkung, Inhaltsstoffe, Verwendung, CBD, THC nachlesen. Hanföl macht auch schöne Haut und Haare.

Hanföl-CBD-Gesund
Alles über Hanföl.

Herstellung von THC Öl.

Da es sich bei THC-Öl nicht um ein Öl im klassischen Sinne handelt, sondern um einen Extrakt, ist die Herstellung von THC-Öl etwas schwieriger, als es zunächst scheint.

THC-Öl wird durch eine Extraktion hergestellt, also durch das Herauslösen des psychoaktiven Cannabinoids aus den THC-haltigen Bestandteilen der Cannabispflanze. Für die Herstellung ist ein Lösungsmittel wie 2-Propanol, Petrolether oder Aceton nötig, mit dem das THC aus den Pflanzenbestandteilen herausgelöst werden kann.

Nachdem die Cannabinoide herausgelöst wurden, ist das Lösungsmittel überflüssig und wird verdampft. Übrig bleibt eine zähe, hochkonzentrierte Flüssigkeit – das THC-Öl.

Eine noch aufwändigere Alternative ist die Extraktion in einem speziellen Extraktor.
Mit der Hilfe von Butangas und einem hohen Druck wird das THC ebenso aus den Pflanzenbestandteilen herausgelöst. Nach dem Verflüchtigen des Gases bleibt ebenfalls THC-Öl mit einem hohen Wirkstoffgehalt zurück. Die Methode wird von vielen Herstellern bevorzugt, allerdings besteht eine große Brand- bzw. Explosionsgefahr durch das hochentzündliche Gas.

CBD-Produkte als Alternative.

Bei THC-Öl und vielen anderen Cannabisprodukten mit THC ist zwar eine medizinische Nutzung möglich, aufgrund der psychoaktiven Wirkung geht THC aber auch immer mit einem Rausch und einem High einher. Außerdem ist THC illegal und vor allem Autofahrern drohen nach der Einnahme von THC immer unschöne Konsequenzen.

Wenn der Rausch nicht gewollt ist und es Dir vor allem um die medizinischen Wirkungen von Cannabis geht, sind CBD-Produkte oft eine gute Alternative – und die sind meistens sogar völlig legal.

Cannabidiol (CBD) ist neben CBD das zweitwichtigste Cannabinoid der weiblichen Hanfpflanze. CBD ist nicht psychoaktiv. Der Stoff löst also keinen Rausch ist, wirkt andererseits aber enorm vielseitig im Hinblick auf die Linderung von Symptomen und Leiden:

CBD wirkt laut vieler Anwender:

CBD gibt es in Form vieler verschiedener Produkte für unterschiedliche Anwendungszwecke und Konsumformen. Erhältlich sind klassische, besonders naturnahe CBD-Blüten zum Rauchen und Verdampfen, die fast keinen THC-Gehalt aufweisen. 

Außerdem gibt es CBD-Liquids in vielen verschiedenen Geschmacksrichtungen. Diese eigenen sich zum Verdampfen in handelsüblichen Verdampfern (Vaporizern, E-Zigaretten) und sind deshalb besonders “anfängerfreundlich”.

Das Verdampfen gilt außerdem als deutlich weniger gesundheitsschädlich im Vergleich zum Rauchen, bei dem während der Verbrennung jede Menge gefährliche und langfristig gesundheitsgefährdende Stoffe entstehen.

CBD-Öl ist die nicht berauschende und legale Alternative zum THC-Öl, die Du einfach oral einnehmen oder in Lebensmitteln verarbeiten kannst.