CBD Blüten, Ernte, Mutterpflanze und Stecklinge

Neulinge im Hanfanbau lesen besser zuerst den ersten Artikel dieses Zweiteilers: Vom Samen zur Pflanze.

Das Einleiten der Blüte

Verwendet Ihr eine Autoflower Sorte, lasst die Zeitschaltuhr ganz einfach wie sie ist. Befinden sich in Eurer Growbox aber wie empfohlen 4 oder 5 wunderschöne klassische Hanfpflanzen, ist es nun an der Zeit die Blüte einzuleiten. Dies geschieht wie erwähnt durch Umstellen des Lichtzyklus auf 12 Stunden Licht/12 Stunden Dunkelheit. Ihr gaukelt Euren Pflanzen im Prinzip den nahenden Winter vor.

  • Leitet die Blüte, vor allem beim ersten Grow, eher etwas früher als später ein. Die Pflanzen legen in den ersten Wochen der Blüte heftig an Größe zu. Fehlender Platz nach oben kann da schon mal ein Ärgernis werden.
  • Je nach Sorte wachsen die Pflanzen ab dem Zeitpunkt des Einleitens zwischen etwa 50 und 200 %. Indica-lastige Sorten eher weniger, Sativa-lastige Sorten mehr. Höchstwahrscheinlich verwendet Ihr einen Hybriden von 50/50 oder 60/40. Rechnet bei solchen Pflanzen leicht mit einer Verdopplung der Größe. Dies gibt auch zusätzlich Rat für den richtigen Moment zum Einleiten der Blüte.
  • Wenn Ihr in dieser Angelegenheit ganz sicher gehen wollt, nehmt statt der Growbox mit 60x60x120, die Version mit 60x60x180. Kostet auch nur 5 Euro mehr.

Sonstiges zur Blütephase

Der Großteil der Zeit Eures Grows liegt zwar noch vor Euch, der Großteil der Arbeit ist aber getan. Von nun an wachsen die Pflanzen einige Wochen mit hohem Tempo und werden dann mehr und mehr Energie in die Entwicklung der harzigen Blüten stecken.

CBD Pflanze in der vierten Woche der Blüte.
In den ersten Wochen der Blüte findet enormes Wachstum statt.
  • In Sachen Düngung haltet Euch im Wesentlichen an das Düngeschema für die All-Mix-Erde von BioBizz. Etwas weniger ist in der Regel wiederum etwas mehr. Wurzelstimulanz ist laut Beschreibung auf der Qualitätsblumenerde bereits dort enthalten. BioHeaven habe ich bei meinen Grows mit der All-Mix-Erde bisher nicht verwendet, kann also nicht sagen, ob es den hohen Preis wert ist. Unbedingt brauchen tut Ihr es jedenfalls nicht. Bio-Grow und Top-Max des kleinen Startersets sollten für diesen Grow reichen, Bio-Bloom unter Umständen nicht, bestellt im Zweifel also rechtzeitig nach.
  • Eine pauschale Gießmenge ist bei den vielen Variablen schwierig zu nennen. Wenn ich Pflanzen in 3,5 Liter Töpfen ziehe, brauchen sie bei guten Bedingungen etwa 250ml alle 3 Tage. Befolgt diesen Wert aber bitte nicht starr.
  • Hat Euer Lüfter 2 Stufen, stellt ihn etwa ab der zweiten Blütewoche auf Stufe 2.
  • Je später es wird, also je älter die Pflanzen werden, um so geringer sollte die Luftfeuchtigkeit sein. Haltet die Erde daher zunehmend eher „trocken bis feucht“ als gut feucht. Die geringere Feuchtigkeit regt angeblich die Harzbildung an. Luftentfeuchter oder andere technische Feinheiten wären bei Grows in dieser Dimension meiner Meinung nach aber zu viel des Guten.
  • Sorgt durch Unterstellen weiterhin dafür, dass die Pflanzenspitzen auf etwa gleicher Höhe bleiben.
  • Die wenigsten Pflanzen wachsen bis zum Ende ohne jegliche Unterstützung. Vor allem wenn die Blüten an Gewicht gewinnen :). Folgende Möglichkeiten haben sich bei mir dafür bewährt:
    • Steckt Bambusstäbe in die Erde und bindet die Pflanze daran hoch.
    • Verbindet mit einem etwas robusteren Garn die Ecken der Growbox auf entsprechender Höhe und bindet die Pflanzen daran hoch. Das ist sehr praktisch und führte bei mir bisher zu besten Erträgen, hat aber natürlich den Nachteil, dass die Pflanzen sich kaum mehr bewegen lassen und vor allem das Abschätzen des Feuchtigkeitsgrades durch wiegen nur noch sehr bedingt möglich ist. Man sollte dafür schon ein wenig Gefühl und Erfahrung mit dem verwendeten Setup haben.
    • Zur Not: Wenn Ihr zwar Schnur aber keine geeigneten Bambus- oder anderen Stäbe habt, bindet die Pflanzen mit mehr Schnur an den oberen Profilen der Growbox hoch.
  • Mit zunehmendem Alter vertragen und brauchen die Pflanzen auch mehr Licht. Und die Lichtmenge nimmt potenziell mit der Verringerung des Abstands zur Lichtquelle zu, oder so irgendwie :). LEDs produzieren zudem kaum Hitze, wodurch die Gefahr von Verbrennungen gering sind. Startet die Blütephase mit etwa 10cm Abstand zwischen Pflanzenspitzen und Licht und reduziert diesen innerhalb der etwa ersten 2 Wochen der Blütephase auf bis zu 5cm.
  • Spätestens jetzt werdet Ihr froh sein, die Lampe mit Kette und Haken anstatt Schnüren aufgehängt zu haben. Ihr werdet in den ersten Wochen der Blütephase die Lampe nämlich fast täglich höher hängen müssen.
  • Die gesamte Blütezeit läuft bei den meisten Sorten (auch laut Hersteller) etwa 60 Tage, also 8 bis 9 Wochen. Dies kann je nach Bedingungen auch mal etwas variieren. Die Herstellerangabe ist aber ein ganz guter Ansatzpunkt.
  • Je nach Sorte werdet Ihr ab etwa Woche 3 bis 4, Zeugen des herrlichen Schauspiels der Blütenentwicklung.
  • Cannabis ist eine Pflanze mit (in der Natur) vorprogrammierten Lebenszyklus. Auch bei gesunden Pflanzen bleiben Blätter also nicht über die gesamte Zeit perfekt grün und schön. Krankheiten sind ein anderes (viel umfangreicheres) Thema, alte Blätter werden in der Blütephase aber schon mal braun und vertrocknen. Zum Ende hin hat die Pflanze auch bei den besten Züchtern einige nicht mehr grüne Blätter. Von gelb bis violett kommt alles vor. Je höher die Sorgfalt und Gesundheit, um so höher die Erträge natürlich. Macht Euch bei Eurem ersten Grow aber nicht wegen jeder kleinen Verfärbung verrückt.
  • Wie auf der Düngeanleitung von Biobizz abgebildet, sollten die Pflanzen in der letzten Woche bzw. in den letzten Tagen nur noch mit Wasser „gespült“ werden. Die Blüten beinhalten dann angeblich weniger Düngereste und der Geschmack verbessert sich.
  • Je nach Sorte, Setup etc. kommt es irgendwann zwischen etwa 11 bis 14 Wochen nachdem Ihr einen kleinen Samen in die Erde gabt, zum großen Moment, der Ernte :):).

Die Ernte

Rote Fäden auf reifer Cannabisblüte bei der Ernte.
Wenn die meisten Fäden rot sind, ist die Pflanze fertig.

Es ist so weit. Ihr habt Euch etwa 3 Monate lang liebevoll um Eure Mitbewohner gekümmert, es wird allmählich Zeit, dass sie sich um Euch kümmern :). Erweisen wir den inzwischen in die Jahre gekommenen, nicht mehr ganz so vitalen Pflanzen die letzte Ehre. Ihr habt sie einige Tage mit Wasser gespült (ihnen also keinen Dünger mehr gegeben), ihnen vielleicht noch ein wenig gut zugeredet, bereiten wir ihnen ein würdevolles Ende.

Der richtige Zeitpunkt

Aus dem richtigen Erntezeitpunkt machen Viele gerne mal eine kleine Wissenschaft. Die Betrachtung der einzelnen Harzblasen unter einer starken Lupe wird schon mal empfohlen. Wir halten es wiederum einfacher: Die Fäden auf den Blüten verfärben sich in den späteren Wochen immer mehr von weiß, nach braun-rötlich. Wenn etwa 2/3 bis 3/4 der Fäden sich verfärbt haben, solltet Ihr aufhören zu düngen und nur noch einige Tage mit Wasser spülen. Zusammen mit der Angabe der Blütedauer auf der Verpackung findet Ihr so schon einen guten Zeitpunkt. Macht Euch aber nicht verrückt damit, den genau richtigen Tag finden selbst Fortgeschrittene selten.

Ich habe mal gelesen, dass man die Pflanzen den letzten Tag im Dunkeln lässt, irgendwas von wegen Beruhigung oder Entspannung. Mir gefiel der Gedanke, Ihr wisst schon, wie der Start so das Ende :). Außerdem bedeutet das 12 Stunden weniger Stromverbrauch durch Beleuchtung und Ventilator. Wer agiert nicht gern ökologisch? Also Daumen hoch von mir für diese Maßnahme.

Das Abschneiden

Verwendet zum Abschneiden der Pflanzen am unteren Ende des Stamms eine vernünftige Baumschere. Falls Ihr keine besitzt habe ich Euch hier die günstigste auf Amazon verlinkt. Ich hatte zu Beginn einmal keine zur Hand und verwendete Küchenschere und Zange. Das „unkoordinierte Herumreißen und Schneiden“ fühlte sich damals scheußlich an. Als hätte ich in freier Wildbahn ein Tier erlegt und versuchte es mit Pfeil und Bogen zu zerlegen. Ich glaube fest an eine gewisse energetische Kommunikation. Ihr setzt in diesem Moment Euren lieb gewonnenen Mitbewohnern ein Ende, dies sollte von Würde und Dankbarkeit geprägt sein.

Ich weiß ich höre mich an wie der Hippie von nebenan. Ich bezeichne die Pflanze auch nicht als Lebewesen, viel mehr geht es dabei um Euer Wohlbefinden. Macht diesen Moment, den gesamten Akt der Ernte zu etwas besonderem. Hört angenehme Musik, genießt den herrlichen Duft und stellt Euch vor, wie die Pflanzen Euch in Kürze Schmerzlinderung, Vergnügen, Appetit oder tiefen erholsamen Schlaf bereiten. Ich hoffe Ihr verzeiht mir die esoterische Note, aber ein wenig Dankbarkeit im Leben tut uns allen gut. Nachdem der Stamm schließlich durchschnitten ist, bindet eine Schnur ans untere Ende der Pflanze und hängt sie kopfüber etwa auf Augenhöhe auf. Ich binde sie an einen Haken in der Decke. Zur Not tut es aber auch ein längerer Streifen des Gewebebandes.

Das Stutzen

  • Ihr braucht eine kleine, gut scharfe Schere, die möglichst bequem in der Hand liegt und mit geringstem Kraftaufwand zu bedienen ist. Ihr werdet die Schere in den nächsten Stunden nämlich häufiger auf und zu bewegen. Ich muss aber zugeben, ich hatte nie eine professionelle, extra für diesen Zweck gemachte, Ernteschere. Ich verwende die kleinste aus solch einem Set. Mit anderen hatte ich schon mal Krämpfe und Blasen.
  • Sorgt für ausreichend Licht im Arbeitsbereich. Eine 100 Watt Birne oder entsprechende LED sollte es schon sein. Ich habe auch schon mal eine starke Schreibtischlampe direkt auf die hängende Pflanze gerichtet aufgestellt.
  • Verwendet Einweg-Handschuhe wie Ihr sie von Arztserien oder Mitarbeitern in der Feinkostabteilung kennt. Das Harz riecht zwar herrlich, kann sich aber tagelang hartnäckig auf den Fingerspitzen halten. Ich habe eine größere Erntesession ohne Handschuhe mal unterbrochen und war zu Besuch in einem Haushalt mit jungem Hund. Der war von meinen Händen nicht mehr wegzukriegen :).
  • Es geht an die Arbeit. Entfernt nun alle Blätter und äußeren Blattbereiche, auf denen sich keine sichtbaren Harzperlen befinden. Startet ganz oben, also am unteren Ende der Pflanze. Die meisten größeren Blätter schneidet Ihr dabei samt Stiel ab, auch viele der kleineren. Erst in Nähe der oberen Bereiche werden einige Blätter im inneren Bereich Harzperlen aufweisen, schneidet diese Blätter an entsprechender Stelle ab. Am Ende sollte es in etwa aussehen wie das zweite Bild in diesem Artikel.
  • Die meiste Sorgfalt sollte dabei natürlich den oberen Bereichen, also dem Bereich mit üppigen Blüten zukommen. Stresst Euch nicht zu sehr im unteren Bereich mit den kleinen Blüten mit kaum Harz. Die kosten die meiste Zeit und liefern am wenigsten Ergebnisse. Ein klassischer Fall des Pareto-Prinzips :).
  • Auf der Schere wird sich mehr und mehr reines Harz ansammeln. Schabt es immer wieder mal (mit einer feinen Klinge zum Beispiel) ab und hebt es auf. Diese kleine klebrige Ansammlung pflanzlicher Güte kann schon den selben Abend zu einem der interessantesten, entspanntesten oder auch ausgelassendsten des Jahres machen :).

Das Trocknen

Die fertig beschnittenen Pflanzen hängt Ihr nun zum Trocknen in die Growbox, mit laufendem Lüfter. Aus den „idealen Bedingungen“ zum Trocknen könnte man in ähnlichem Ausmaß eine Wissenschaft machen wie aus der Aufzucht selbst. Aber wie gesagt wir halten es einfach. Einige Grad bei Temperatur oder Prozentpunkte bei Luftfeuchtigkeit mehr oder weniger müsste man mit aufwendigem Equipment regulieren. Wenn die Pflanzen mit unserem Setup in diesem Raum einigermaßen gut gewachsen sind, ist die dunkle Growbox mit laufendem Lüfter auch ein geeigneter Ort zum Trocknen.

Rechnet mit etwa 4 bis 7 Tagen Trocknungszeit. Ein Indikator für einen guten Moment, die Pflanzen runterzunehmen ist, wenn der Stamm bzw. die Äste „gerade noch“ nicht brechen, sondern noch knicken. Also ziemlich trocken, aber nicht vollkommen trocken. Schneidet nun die einzelnen Blüten von den Ästen und Zweigen runter. Theoretisch könnt Ihr das Material jetzt schon verwenden. Eine weitere Maßnahme hat sich (zumindest bei mir) in Sachen Geschmack und Weichheit beim Rauchen aber bewährt. Und zwar: Wie Ihr es vielleicht in Filmen schon mal gesehen habt, das Einwickeln in Papier.

Kurze Reifung

Wickelt die Blüten leicht komprimiert in Papier. Nehmt dafür bitte keine Zeitung sondern wenn möglich hochwertige, vielleicht sogar biologisch abbaubare und pestizidfreie Papierbögen. Stellt es Euch ein wenig vor wie einen überdimensionalen Joint. Darin findet dann ein einfacher Reifeprozess statt, eine Art Veredelung wenn Ihr so wollt. Innerhalb der nächsten 3 bis 5 Tage öffnet Ihr die Bögen 2 bis 3 mal täglich einige Minuten, damit die restliche Feuchtigkeit entweichen kann.

Es gäbe dafür auch Gerätschaften, die das ganze stark beschleunigen. Eingefleischte Liebhaber „fermentieren“ das Material auch mal wochenlang bei ähnlichem Vorgehen mit großer Sorgfalt in einem Glas. Ich halte die Papierbögen aber für einen gesunden und effizienten Mittelweg.

Nun habt Ihr es tatsächlich geschafft, Euer eigens angebautes Marihuana ist fertig für den Konsum, Glückwunsch!! Zur Aufbewahrung empfehle ich Euch verschließbare Gläser (ich vermeide Plastik gerne wo es geht). Diese könnt/solltet Ihr auch noch einige Tage täglich kurz öffnen, damit auch ganz sicher kein Schimmel entsteht. Lagerung im Kühlen und Dunklen versteht sich hoffentlich von selbst.

Sonstiges zur Ernte

  • Rechnet bei Eurer ersten Ernte bei einem Grow in dieser Dimension mit etwa 2 Stunden Erntedauer, Tendenz mit Übung natürlich sinkend.
  • Eine Frage, die ich als kompletter Noob damals aufwendig recherchierte, war: „Was ist der Unterschied zwischen Hasch oder Haschisch und Marihuana?“ Marihuana sind die getrockneten Blüten, die Ihr nun gerade sorgfältig in Gläsern aufbewahrt. Hasch oder Haschisch ist das reine Harz ohne jegliches Blattmaterial, in etwa das, was Ihr (hoffentlich) von der Ernteschere gekratzt habt.
  • Aus dem Verschnitt der Ernte könnte man Haschisch gewinnen. Dafür benötigt man sog. Bubble Bags. Ich selbst habe damit kaum Erfahrung aber vielleicht will es jemand von Euch ja mal probieren.
  • Hinweis für übertriebene Sparfüchse: Ich rate Euch stark davon ab, die Erde wiederzuverwenden. Die Ergebnisse wären lächerlich.
  • Falls es sich nicht von selbst versteht: Entsorgt Wurzelballen und Blattreste nicht unbedingt in der Biotonne Eurer Wohnanlage :). Das ist nicht nur leichtsinnig, sonder auch unfair gegenüber eventuellen anderen Growern in Eurem Haus.

Die eigene Mutterpflanze und Stecklingszucht

Eine schwangere Frau mit dickem Bauch und einem Hanfblatt in der Hand.
Eine Mutterpflanze bietet enorme Vorteile in der Hanfzucht.

Wie schon mehrfach erwähnt, folgt nun noch eine kurze Anleitung zur Kultivierung Eurer eigenen Mutterpflanze, sowie dem Schneiden und Anwurzeln eigener Stecklinge. Dies bietet enorme Vorteile, gegenüber nur geringen Nachteilen.

Nachteile:

  • Es entsteht nur eine Sorte. Allerdings, warum wechseln wenn diese Sorte hilft und/oder gefällt?
  • Die Mutterpflanze und die Stecklinge brauchen natürlich einen eigenen Platz, in der Regel ihre eigene kleine Box. Was bei den heute wirklich krass niedrigen Preisen aber kein sonderliches Problem mehr darstellt.

Vorteile:

  • Zunächst mal fallen die Kosten für immer wieder neue Samen weg. Je nach Sorte und Menge an Pflanzen sind das pro Grow schon mal 50 bis 80 Euro.
  • Mehr Pflanzen: Generell produziert der Hauptstamm die größten Blüten. 9 kleinere Pflanzen produzieren in der Regel also mehr als 4 größere. 16 wären noch effizienter und so weiter.
  • Damit kommen wir zum nächsten gewichtigen Vorteil: 9 kleinere Pflanzen müssen nicht so lange wachsen wie 4 größere. Das bedeutet Ersparnis an Zeit und natürlich Energie (Licht, Wind, Luftumwälzung, Wasser, Dünger), also bares Geld.
  • Die Mutterpflanze kultiviert Ihr wie erwähnt aus dem sich am besten entwickelnden Sämling. Das heißt Ihr verwendet künftig nur noch genetische Klone erster Generation der stärksten von mehreren Pflanzen. Das kann schon mal ein plus von 50 % oder mehr an Ergebnissen bedeuten.

Kultivieren der Mutterpflanze

  • Nehmt dafür wie gesagt den stärksten Sämling. In der Regel produzieren jene Pflanzen, die von Beginn an besser, schneller, robuster und gesünder wachsen, später auch die besseren Ergebnisse.
  • 3 bis 4 Wochen nach der Aussaat, wenn die Pflänzchen schon 3 bis 5 Blattpaare entwickelt haben, schneidet Ihr den Hauptstamm direkt ober dem dritten oder vierten Blattpaar ab. Einige Tage nach dem Umtopfen ist ein guter Zeitpunkt.
  • Setzt die Mutter auch gleich in einen größeren Topf, 10 Liter dürfen es schon sein.
  • An der Schnittstelle wachsen in den kommenden Tage und Wochen 2 bis 4 Zweige in verschiedene Richtungen. Wenn diese Zweige je 3 bis 5 Blattpaare entwickelt haben, macht dort das selbe. Die Pflanze wächst durch diese Art des Zuschneidens niedriger und buschiger.
  • In einigen Wochen ist es so weit, und die junge Mutter produziert genug Zweige bzw. Stecklinge für den ersten Grow mit ihren „Kindern“.

Beleuchtung für die Mutterpflanze

Für die Mutterpflanze haben sich bei mir ebenfalls die guten alten Leuchtstoffröhren immer sehr gut bewährt. Und zwar wieder eine von der Type bzw. Lichtfarbe 840, egal ob Osram, Phillips oder sonst welche. Für die Mutterpflanze empfiehlt sich die Ausführung in Ringform. 40 Watt sollten reichen, mit 55 geht’s noch ein wenig schneller. Amazon bietet hier einige Varianten, auch mit Prime. Ich empfehle Euch dafür dennoch den nächsten Baumarkt. Wenn Ihr mit sowas absolut keine Erfahrung habt, lasst Euch dort am besten auch die Installation bzw. den Anschluss erklären.

Alternativ könnt Ihr für die Mutterpflanze auch wieder eine LED-Glühbirne mit der Lichtfarbe 4000k verwenden. Die Selbe wie jene für die Startbeleuchtung eignet sich bereits ganz gut, ich hätte für die Mutterpflanze aber eine etwas stärkere verwendet. Dies hat auch hier wieder den Vorteil, dass es in jeder Hinsicht viel bequemer ist, sei es in Sachen Anschaffung, Montage, Installation oder Aufhängung. Aufgrund der günstigeren Fassung (selbe wie für den Start) im Vergleich zu jener für die die ringförmige LSR, ist die Version mit LED hier auch noch günstiger. Der einzige Nachteil ist wiederum das etwas schlechtere Ergebnis im Vergleich zur LSR.

Auf Wind, also einen Ventilator, habe ich bei meinen Mutterpflanzen bisher verzichtet.

Das Schneiden der Stecklinge

Eure Mutterpflanze ist einige Wochen alt, Ihr habt sie mehrfach zugeschnitten, der letzte Schnitt ist 1 bis 2 Wochen her, dann sollte sie allmählich genug Zweige für den ersten Grow mit ihren Kindern bieten.

CBD Stecklinge kurz nach der Anwurzelung.
Stecklinge zu bewurzeln ist einfacher als Samen zu pflanzen.
  • Verwendet eine gut scharfe Schere
  • Schneidet Zweige mit 2 bis 3 Blattpaaren wieder oberhalb des darunter liegenden Blattpaares ab. Tut also im Prinzip das gleiche wie bisher beim Stutzen.
  • Schneidet das unterste Blattpaar des Stecklings am Stämmchen ab. Der Steckling hat nun also nur noch 1 oder 2 Blattpaare.
  • Für den Grow mit 9 Pflanzen schneidet 12 Stecklinge. 12 deshalb, weil die Bewurzelungsrate selten bei Hundert Prozent liegt und weil 3×4 Pflanzen gut in die meist rechteckige Anzuchtbox passen.
  • Stellt die Stecklinge einige Stunden oder auch über Nacht in Wasser, also in Gläser oder Becher. Dieser Schritt ist diskutabel, ich hatte bisher aber bessere Bewurzelungsraten mit.
  • Nehmt die Stecklinge jetzt aus dem Wasser und schneidet mit einem scharfen Messer (Stanleymesserklinge oder besser noch ein Skalpell) diagonal das unterste Stück des Stämmchens ab. Diagonal ist wichtig, damit eine größere Oberfläche zur Flüssigkeitsaufnahme entsteht. Die scharfe Klinge sorgt für einen schönen Schnitt und verhindert, dass zu viel Druck auf das Stämmchen ausgeübt wird.
  • Tunkt nun die unteren 1 bis 2 cm des Stämmchens in ein Wurzelhormon.
  • Zu diesem Zeitpunkt solltet Ihr bereits 12 der kleinen Anzuchttöpchen mit Compo Sana Qualitätsblumenerde befüllt haben. Steckt den Steckling nun die 1 bis 2 cm und 2-3 mm mehr in die Erde.
  • Macht das mit allen 12 und stellt die Stecklinge in den Töpchen samt Untersetzer in die Anzuchtbox.
  • Das Vorgehen in den nächsten 1 bis 2 Wochen ist nun ähnlich wie bei den Samen: Haltet die Erde gut feucht und besprüht den Bereich um das Stämmchen in der Erde täglich mit der Sprühflasche.
  • Zur Erhöhung der Luftfeuchtigkeit gebt wieder etwas Wasser auf den Boden der Anzuchtbox.
  • Als Beleuchtung fungiert nun wieder eine LSR 840 etwa 10 bis 20 cm über der Anzuchtbox.
  • Nach spätestens 2 Wochen sollten die Stecklinge Wurzeln geschlagen haben und können aus der Anzuchtbox raus.
  • Nun und der Rest ist Euch ja bekannt :).

Sonstiges zur Stecklingszucht

  • Alles in allem ist es leichter einen Steckling zu machen als fragile Sämlinge aufzuziehen (ein weiterer Vorteil).
  • Verwendet für die Mutterpflanze einen Mix aus Compo Sana Qualitätsblumenerde und der BioBizz All-Mix-Erde und düngt sie nur leicht mit maximal 1ml Bio-Grow pro Liter Wasser.
  • Die Mutterpflanze wird etwa alle 2 Wochen neue Stecklinge liefern. Es tut zwar weh, aber bereitet Euch darauf vor, mehr Stecklinge bzw. Verschnitt zu entsorgen als zu verwenden.
  • Allerdings bietet die Growbox mit den Maßen 60x60x180 genug Platz für 2 Ebenen. Wenn Ihr diese Box zu einer reinen „Blütebox“ macht und auf halber Höhe eine Etage einbaut, hättet Ihr damit die Anzahl und Ausbeute verdoppelt und im Schnitt alle 4,5 Wochen eine Ernte.
  • In einer kleineren Box mit 40x40x160 könntet Ihr auf 2 Etagen Mutterpflanze und die nachkommende Generation unterbringen.
  • Ihr könntet sogar noch einen Schritt weiter gehen, statt Quadraten aus 9, Quadrate aus 16 Pflanzen machen und ein Rad aus 4 mal 8 Pflanzen betreiben. Sagen wir die Blütedauer Eurer Sorte beträgt genau 8 Wochen, dann würdet Ihr alle 2 Wochen Stecklinge schneiden und reife Pflanzen ernten. Ihr müsstet die jüngeren 8 Pflanzen auf einer Ebene in der Blütebox dann halt unterstellen. Insgesamt verringere sich die Wuchszeit aber noch mal um etwa eine Woche.
  • Einen extra Platz zum Trocknen bräuchtet Ihr bei dem strengen Zeitplan noch :).
  • Mit einem solchen Rad seid Ihr und vermutlich noch eine weitere (schmerzgeplagte) Person ganz sicher ausreichend versorgt.

Die eigene Mutterpflanze bietet wie Ihr seht viele Vorzüge und Möglichkeiten. Ich will Euch aber davor warnen, der Gier zu verfallen. Unter Umständen gebt Ihr mal eine kleine Menge Eurer Ergebnisse gegen Bezahlung weiter und wittert das große Geschäft. Ihr beginnt, mit überlegenen Growsets wie diesem zu liebäugeln und Mathematik macht plötzlich Spaß. Leute lasst es sein, erfreut Euch an Eurer eleganten Selbstversorgung und nutzt dadurch gewonnene Energie und Freude für sinnvollere Dinge.

Ein paar Schlussworte

Nachdem der gesamte Beitrag fast die Länge eines kleinen eBooks hat, scheinen mir ein paar Schlussworte angebracht. Nun, ich hoffe sehr, die Preise für CBD-haltige Produkte sinken bald und bieten einer breiten Masse an Menschen leichteren Zugang zu diesem wundervollen Wirkstoff. Bis dahin bin ich guter Dinge, dass Ihr in dieser kurzen Anleitung eine annehmbare Alternative findet.

Hanf ist eine wundervolle Pflanze, das meine ich aus tiefstem Herzen. Es wird Zeit, dass sie sich aus den Klauen der konservativen Verunglimpfung befreit und endlich wieder ihren verdienten Platz in der Kultur des Menschen einnimmt. Ich persönlich werde diesem Hobby wohl noch länger treu bleiben, auch wenn es zu einer Art Legalisierung kommen sollte. Ich weiß gern was ich hab und um ehrlich zu sein, es macht wahnsinnig viel Freude und Spaß!

Für jene, die nun endgültig die Lust am Erschaffen von Leben in den eigenen 4 Wänden gepackt hat, habe ich noch mal alle Verlinkungen in Form einer Art Einkaufsliste zusammengestellt. Ich wünsche Euch das Beste, habt Spaß :)!!