Kiffen am Steuer – und der Führerschein ist weg. Eine sehr pauschale Aussage, allerdings mit einem wahren Kern. Cannabis-Konsumenten gehen potenziell ein höheres Risiko ein als Wein- und Biertrinker, denn die Nachweisbarkeit von THC ist bedeutend länger als die von Alkohol. 

Doch wie sieht es bei CBD aus? Wann schlagen Drogentests an? Und wann ist man überhaupt verpflichtet, einen solchen Test zu dulden? Hier erfährst Du mehr über CBD und THC beim Autofahren. 

Darf man nach CBD-Konsum noch Auto fahren?

Alles wichtige in Kurzform
Ja! CBD ist im Blut nachweisbar, bei Drogentests wird aber nicht auf CBD untersucht, nur auf THC. CBD ist vollkommen legal, einzig der THC-Wert ist entscheidend.

Wegen des geringen THC-Anteils in legalen CBD-Produkten (bis zu 0,2 %) ist es praktisch unmöglich, den geltenden THC-Grenzwert von 1,0 ng/ml zu erreichen. Dazu wäre der Konsum einer unnatürlich großen Menge CBD erforderlich.

  • Achte bei jedem CBD-Konsum auf die Angabe des THC-Gehalts.
  • Du bist nicht verpflichtet, bei einer Polizeikontrolle auf den Konsum von CBD hinzuweisen.

CBD und Autofahren.

Gehst Du mit CBD ein Risiko ein? 

Der Wirkstoff Cannabidiol ist in Deutschland legal. Das heißt aber nicht, dass alle CBD-Produkte ebenfalls erlaubt sind. Es kommt auf den THC-Gehalt an. Für das CBD-Öl gilt in Deutschland zum Beispiel ein Grenzwert von 0,2 %.

Als Faustregel gilt: Wenn Du CBD-Produkte einnimmst, die in Deutschland legal erhältlich sind, gehst Du als Autofahrer kein Risiko ein – solange Du CBD nicht im Übermaß konsumierst. 

Was ist eine unnatürliche Menge?
1-2 Liter CBD-Öl täglich wäre eine unnatürliche Menge – 1 Liter CBD-Öl würde dich im Einkauf ca. 3000 € kosten – Unnatürlich & Unrealistisch!

Achtung – zu hoher THC Gehalt in CBD-Produkten!
Das Problem: Es gibt CBD-Produkte, die einen höheren Anteil an THC haben. Dann besteht die (allerdings sehr geringe) Gefahr, dass ein Drogentest anschlägt – zum Beispiel nach dem Konsum von CBD-Produkten aus dem Ausland.

Vergewissere Dich über den THC-Gehalt
Bevor Du Dich ans Steuer setzt, ist es also wichtig, den Beipackzettel des CBD-Produkts zu lesen. Nur so gehst Du zu 100 Prozent auf Nummer sicher. Viele Anbieter garantieren eine völlige THC-Freiheit ihrer Produkte – Mehr zu den THC freien Produkten findest Du ganz unten im Text.

0,2 % THC in CBD-Öl? Test positiv?

Da CBD selbst keine psychoaktive Wirkung hat, kommt es bei der Frage der Fahrtüchtigkeit ausschließlich auf die Menge des THC an, die sich im Körper ansammelt. Bei normalem Konsum erlebt der Konsument weder ein High-Gefühl, noch wird er irgendwelche motorischen oder körperlichen Einschränkungen spüren. CBD hat positive Auswirkungen auf den Körper, wirkt beispielsweise muskelentspannend. 

Die Gefahr, dass ein Drogentest positiv ausfällt, besteht also nur beim Konsum sehr großer Mengen von CBD-Produkten, in denen THC-Anteile enthalten sind. 

CBD-Produkte mit einem THC-Gehalt bis zu 0,2 % sind in Deutschland legal. Sie führen bei normalem Konsum nicht zu den typischen Ausfallerscheinungen, die einen Anfangsverdacht für Fahruntüchtigkeit (rote Augen, auffälliges Verhalten, Gleichgewichtsstörungen…) begründen. Es ist daher sehr unwahrscheinlich überhaupt getestet zu werden. Der sehr geringe THC-Gehalt ist nur schwer auf dem Blutbild zu erkennen. 

Im Folgenden schauen wir uns in Kooperation mit einem Juristen die Rechtslage ganz genau an:

Autofahren und CBD bzw. THC – wie ist die Rechtslage?

Ein Wort vorweg: Die Regeln über Alkohol oder andere „berauschende Mittel“ am Steuer haben durchaus ihren Sinn. Denn Autofahren ist an sich schon eine gefährliche Angelegenheit. Verminderte Reaktionszeiten und kognitive Fähigkeiten des Fahrers potenzieren diese Gefahren. Setze Dich deshalb gar nicht erst ans Lenkrad, wenn Du etwas getrunken oder geraucht hast. Mit 0,0 Promille fährst Du immer sicher.

Die wichtigsten Normen zu Drogen im Straßenverkehr sind:

  • § 24a StVG (Straßenverkehrsgesetz)
  • § 316 StGB (Strafgesetzbuch) 

§ 24a StVGCBD und Autofahren.

§ 24a StVG („0,5-Promille-Grenze“) ist eine Ordnungswidrigkeit, die mit einer Geldbuße sanktioniert wird: das Führen eines Kraftfahrzeugs unter dem Einfluss von Alkohol oder anderer Drogen. Dies gilt auch dann, wenn konkret keine Fahruntüchtigkeit nachgewiesen wird. Das Überschreiten eines Grenzwerts reicht aus. Die bekannte 0,5-Promille-Grenze für Alkohol ist gesetzlich vorgeschrieben. Dazu kommen Substanzen, die in einer gesonderten Anlage zum Gesetz aufgeführt sind – zum Beispiel THC. Einen gesetzlich vorgeschriebenen Grenzwert für THC gibt es nicht. Die Rechtsprechung hält sich aber an den Wert von 1 ng/ml Serum.

Obwohl die Rechtsprechung schon seit Langem an diesem umstrittenen Grenzwert festhält, hat das Bundesverwaltungsgericht jetzt den bisherigen Automatismus „THC festgestellt – Entzug der Fahrerlaubnis“ aufgehoben (Urteil vom 11. April 2019, Az. 3 C 13.17). Die Behörde darf bei einem einmaligen Auffälligwerden nicht ohne Weiteres davon ausgehen, dass der Betroffene zum Führen von Fahrzeugen ungeeignet ist. Vor einem Führerscheinentzug muss ein medizinisch-psychologisches Gutachten her.

Bei einem Verstoß gegen § 24a StVG drohen bis zu 3.000 Euro Geldbuße. In der Praxis wird diese Ordnungswidrigkeit folgt geahndet:

Erstmaliger Verstoß: 500 Euro Geldbuße, 2 Punkte, 1 Monat Fahrverbot.
Zweiter Verstoß: 1000 Euro, 2 Punkte, 3 Monate Fahrverbot.
Dritter Verstoß: 1500 Euro, 2 Punkte, 3 Monate Fahrverbot.

In der Regel erfolgt dann die Anordnung einer Medizinisch-Psychologischen Untersuchung (MPU). Bis zu dieser Vorladung vergehen oft jedoch mehrere Monate. 

§ 316 StGB

§ 316 StGB (Trunkenheit im Verkehr) ist eine Straftat, die Freiheits- oder Geldstrafe androht. Hier muss Dir jedoch konkret nachgewiesen werden, dass Du nicht in der Lage warst, ein Fahrzeug sicher zu führen. Das sind zum Beispiel neben der THC-Menge im Blut zusätzliche Ausfallerscheinungen (in Schlangenlinien fahren, deutlich verzögerte Reaktionen usw.). 

Einen Wert, der allein schon ausreicht, um Fahruntüchtigkeit zu beweisen (wie 1,1 Promille bei Alkohol), gibt es bei THC nicht. 

Gerade beim Thema THC gibt es viele Grauzonen und Unsicherheiten. Hier ist vieles noch unklar. Inwieweit THC die Fahrtüchtigkeit beeinträchtigt, ist nicht nur unter Juristen, sondern auch unter Wissenschaftlern umstritten. Wird der aktuell geltende Grenzwert von 1 ng/ml überschritten, heißt dies nicht zwangsläufig, dass der Fahrer unter dem Einfluss von THC steht. Der Zeitraum, in dem diese Grenze überschritten wird, ist individuell verschieden. 

Achtung Autofahrer bei CBD Produkten aus dem Ausland.

In der Schweiz liegt der Grenzwert bei 1 % THC. 
In einer Schweizer Studie (Universität Basel) wurden die Blutwerte nach dem Konsum von CBD-Blüten (200mg CBD-Cannabis mit einer THC-Konzentration von 0.94%) getestet. Die Blutwerte lagen zwischen  2.7 and 4.5ng/mL. Ein Wert der in Deutschland (alles über 1 ng/ml ) zwar nicht direkt mit dem Führerscheinentzug geahndet wird, aber zur Vorlage eines medizinisch-psychologisches Gutachtens führen kann. 

Verhalten bei einer Polizeikontrolle.

Rechtsgrundlage für die Durchführung von Verkehrskontrollen durch die Polizei ist § 36 Abs. 5 StVO (Straßenverkehrsordnung). In dieser Norm ist ausdrücklich auch die Kontrolle der Verkehrstüchtigkeit erwähnt. 

Wichtig: Beachtest Du ein Haltegebot der Polizei für die Verkehrskontrolle nicht, droht ein Bußgeld in Höhe von 70 Euro. Dazu kommt ein Punkt in Flensburg.

Allgemein ist zu empfehlen, dass Du durch Dein Verhalten am Steuer gar nicht erst Anlass zu einer Verkehrskontrolle oder zu intensiveren Befragungen gibst. Das heißt zum Beispiel:

  • Fahre angeschnallt.
  • Achte auf korrekte Beleuchtung.
  • Halte stets die wichtigsten Papiere griffbereit.
  • Vermeide es, mit Hanf-Aufklebern am Auto auffällig zu werden.

Wichtig: Sobald sich während der Kontrolle der Verdacht einer Straftat oder Ordnungswidrigkeit ergibt, muss Dich der Polizeibeamte über diesen Verdacht informieren und insbesondere darauf hinweisen, dass Du zu dem Vorwurf schweigen darfst. Es steht Dir frei, Aussagen zu machen. Du musst Dich nicht selbst belasten.

  • Du bist lediglich zu Angaben über Deine Personalien und das Fahrzeug verpflichtet (Personalausweis, Führerschein, Fahrzeugpapiere).
  • Darüber hinaus musst Du keinerlei Angaben machen. Oft versuchen Polizeibeamte, Informationen durch ein beiläufiges Gespräch zu erlangen. Lasse Dich darauf nicht ein.
  • Die Verweigerung der Aussage ist sehr wichtig. Sie darf Dir nicht negativ ausgelegt werden. Die Gefahr, durch unbedachte Äußerungen Nachteile zu erleiden, ist viel größer. 

Bist Du zu einem Drogentest verpflichtet?

Du bist ebenfalls nicht zu einem Urin-, Speichel- oder Haartest verpflichtet. Nur dann, wenn konkrete Anhaltspunkte für eine Straftat (zum Beispiel Trunkenheit im Verkehr) vorliegen, darf ein Richter (bei „Gefährdung des Untersuchungserfolgs“ auch der Staatsanwalt oder die Polizei) eine Blutuntersuchung nach § 81a StPO anordnen.

CBD-Autofahren-Drogenschnelltest
Du “musst” keinem Urintest zustimmen.

Anfangsverdacht muss bestehen
Um einen Drogentest durchzuführen, benötigt die Polizei einen sogenannten Anfangsverdacht.
Das heißt: Konkrete Anhaltspunkte deuten darauf hin, dass der Fahrer fahruntüchtig ist. Das können zum Beispiel die typischen roten Augen sein, die nach Cannabis-Konsum auftreten. Auch langsamere Reflexe reichen aus, um einen Anfangsverdacht zu begründen. Normaler CBD-Konsum ist jedoch nicht mit solchen Erscheinungen verbunden. 

Tipp: Obwohl CBD Dein Verhalten im Straßenverkehr nicht beeinflusst, ist es nicht ratsam, während einer Verkehrskontrolle auf den Konsum hinzuweisen. Viele Polizeibeamte kennen den Unterschied zwischen THC und CBD nämlich nicht („Hanf ist Hanf.“). Missverständnisse können leicht zu Nachteilen führen. 

Welche Drogentests gibt es?

Drogenschnelltest und CBD.

Ein sogenannter Drogenschnelltest gibt zwar Auskunft darüber, ob jemand Drogen konsumiert hat, jedoch nicht über deren Menge.
Der Nachweis erfolgt über Spuren im Urin, im Speichel, auf der Haut oder auf den Haaren. Gerade bei den letzteren beiden Tests ist jedoch eine große Unsicherheit gegeben, denn die Spuren können auch auf einer Kontaminierung beruhen.

Bluttest und CBD.

Letztlich ist ein Bluttest allen anderen Testarten in punkto Sicherheit überlegen (wird im Labor durchgeführt). Er kann auch sehr viel genauer zwischen den verschiedenen Cannabinoiden unterscheiden. Gerade wegen der langen Nachweisbarkeit von THC geht ein Cannabis-Konsument ein größeres Risiko ein. Ein Test kann auch lange Zeit nach der Wirkungsdauer anschlagen. 

Übrigens: Ergibt sich aufgrund eines Bluttests neben einem sehr geringen THC-Gehalt ein größerer CBD-Gehalt, ist dies ein starkes Indiz dafür, dass das Ergebnis auf einem legalen CBD-Konsum beruht – Wenn du wirklich nur legale CBD-Produkte konsumiert hast, hast Du nichts zu befürchten. 

Lediglich minderwertige Produkte mit fälschlichen THC-Angaben können ein Problem darstellen. Wenn zum Beispiel Dein CBD-Öl statt den erlauben 0,2 % eine wesentlich höhere Menge an THC enthält. Ganz unten im Text stelle ich dir mehrere CBD-Produkte OHNE THC vor. 

Haschisch, Gras und CBD – die Unterschiede sind groß.

Produkte aus Hanf haben unterschiedliche Einsatzzwecke und unterschiedliche Wirkungen. Es macht in puncto Verkehrstüchtigkeit einen Unterschied, welche Produkte Du konsumierst. Dies zeigt schon der Vergleich der THC-Werte: 

Der mittlere Gehalt von THC bei Cannabis-Harz (Haschisch) lag im Jahr 2016 bei 17 Prozent, der entsprechende Anteil von THC in Marihuana (Gras) bei 10 Prozent (Quelle: Die Zeit).

CBD-Öl, CBD-Tabletten und CBD-Kapseln gelten in Deutschland als Nahrungsergänzungsmittel. Sie dürfen nur bis zu 0,2 % THC enthalten.In Österreich gilt ein Grenzwert von bis zu 0,3 %, in der Schweiz 1,0 %.

Im Vergleich zu Cannabis-Harz weist in Deutschland zugelassenes CBD also einen THC-Anteil von etwa einem Hundertstel auf. Dies zeigt, dass Du bei einem normalen Konsum auch bei einer Verkehrskontrolle nichts zu befürchten hast. 

Unser Fazit zu CBD und Autofahren.

CBD und Autofahren ist legal und ungefährlich – solange Du darauf achtest, dass sich der THC-Gehalt im gesetzlichen Rahmen hält.

CBD-Autofahren – 3 THC freie Produkte.

a.) CBD-öle ohne THC

Hier handelt es sich um ein sogenanntes CBD-Isolat. Im Grunde handelt es sich um ein beliebiges Trägeröl (Hanföl, Kokosöl etc. ) das mit CBD angereichert wird. In diesem Öl befinden sich weder THC noch andere Cannabinoide, Terpene oder Flavonoide. 

CBD-Öl mit 0 % THC.

Vorteil: Kein THC
Nachteil: Kein Entourage Effekt. Der Entourage Effekt besagt, dass sich die Inhaltsstoffe (Cannabinoide) in der Hanfpflanze gegenseitig unterstützen und die Wirkung verstärken. Bei CBD-Ölen ohne THC musst Du daher mit einer schwächeren Wirkung rechnen. 

b.) CBD-Liquids ohne THC

CBD-Liquids sind für das Verdampfen in einem Vaporizer, E-Zigaretten oder Verdampfer geeignet.

Vorteil: Kein THC
Nachteil: Kein Entourage Effekt

CBD-Verdampfer und CBD-Liquid
CBD-Liquids mit 0 % THC.

c.) CBD-Kristalle
98 % CBD – 0 % THC
Kristalle können wie folgt aufgenommen werden:
– direkt über die Mundschleimhäute.
– als Liquid verdampft.
– mit Öl vermischt.
– und geraucht.

cbd-Kristalle-Liquid herstellen
CBD-Kristalle mit 0 % THC.

CBD-Blüten und Autofahren.

CBD-Blüten dürfen genau wie alle anderen CBD-Produkte den Grenzwert von 0,2 % nicht überschreiten und daher besteht im Normalfall keine Gefahr. Bei CBD-Blüten handelt es sich aber um ein Naturprodukt und gelegentliche Schwankungen im THC-Gehalt können durchaus vorkommen. Gute Qualität garantiert laufende Kontrollen der THC-Werte – Achte daher penibel genau wo Du Deine CBD-Blüten kaufst. Hier findest Du unsere Empfehlung.